Kammerspiele

Den Erhalt der Hamburger Kammerspiele zu sichern, war und ist mir eine persönliche Verpflichtung.

1994 habe ich mit meinem Partner, Dirk Schmidt-Prange, das Haus und das Theater übernommen.

Seit dem 1. Januar 2014 bin ich alleiniger Inhaber der Hamburger Kammerspiele und der Stiftung Logensaal.

Das Haus beherbergt ein in Deutschland herausragendes Privat-Theater. In der Tradition von Ida Ehre markierte diese Spielstätte Hamburgs künstlerischen Neuanfang nach 1945. Das "Theater der Menschlichkeit und Toleranz", das Ida Ehre vorschwebte, feierte 1947 mit der Uraufführung von Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür" den ersten Riesenerfolg. Bis zu ihrem Tod am 16. Februar 1989 stand die erste Ehrenbürgerin Hamburgs dem erfolgreichen Theater vor.

Anfang der 90er Jahre wurde ich um rasche Hilfe gebeten. Ohne Kenntnisse, wie man ein Theater saniert, habe ich spontan finanziell geholfen. Denn die älteste private Schauspielbühne Hamburgs lag zufällig unmittelbar in meiner privaten Nachbarschaft, dem jüdisch geprägten Grindelviertel mit seiner alten Talmud Tora-Schule und dem Platz der zerstörten Bornplatzsynagoge.

Die Folgejahre legten den Grundstein für ein neues wirtschaftliches und künstlerisches Fundament. Das Potenzial des Theaters als kulturelle Begegnungsstätte wurde im Jahr 2002 durch eine aufwendige Sanierung deutlich erweitert, die Wiederherstellung des geschichtlich besonders wertvollen Logensaals nahm dabei einen gewichtigen Teil ein.

In den vergangenen 20 Jahren war ich in beiden Firmen alleiniger Geschäftsführer und habe diese als Ehrenamt ausgeführt.

Die erheblichen privaten Zuschüsse meines Partners, Dirk Schmidt-Pranke, und mir waren schmerzhaft, aber es hat sich für die Stadt Hamburg, die Theaterfreunde und auch für uns gelohnt.

Heute sind die Kammerspiele nicht nur die Theaterbühne mit ihren außergewöhnlichen Inszenierungen, sondern stehen auch für eine Vielfalt von Einrichtungen für Kultur und Kommunikation aller Art.

Der historische Logensaal wird für Lesungen, Konzerte und philosophische wie geschichtliche Gesprächsrunden genutzt. Und mit der Bar und Lounge Jerusalem sowie dem Künstlertreff laden zwei ungewöhnliche Räume zum Besuch ein.